Aktionsplan für Digitalisierungsumfragen (Teil 2) - Digital. mit. Wert.
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Aktionsplan für Digitalisierungsumfragen (Teil 2)

In der letzten Woche habe ich euch meinen Aktionsplan für Digitalisierungsumfragen vorgestellt. Hier zeigte sich jedoch, dass das Schema noch sehr allgemein gehalten ist. Was nun besondere Herausforderungen beim Thema Digitalisierung in Umfragen sind, diskutiere ich heute. Einige der relevanten Stichwörter findet ihr auch der Grafik jeweils unter den einzelnen Phasen.

Aktionsplan von Digitalisierungsumfragen

 

Zielformulierung elementar bei Digitalisierungsumfragen

In der Zielformulierung geht es klar darum, zwischen einer Befragung des Ist-Zustandes in der Gegenwart und einer visionären Befragung über Wünsche und Ideen für die Zukunft zu unterscheiden. Solche Zielkonflikte lassen sich zwar auch vermischen, doch hierdurch können Verzerrungen in den Daten entstehen. Denn Probanden werden leicht in ihren Ideen beeinflusst, sobald sie über aktuelle Software oder den missglückten IT-Einsatz nachdenken. Umgekehrt kann es passieren, dass zu wenig Kreativität oder IT-Wissen vorhanden ist, um tatsächliche Zukunftsideen selbst zu entwickeln und in einer standardisierten Befragung preiszugeben. Allgemeine Fragen lassen sich mitunter einfacher beantworten, wenn Probanden bereits in die spezifischen Themeninhalte eingewiesen wurden und Bezug zu konkreter Software oder IT genommen wird.

Insgesamt ist demnach bei der Methodenwahl und detaillierten Planung der Erhebung (Fragebogendesign, Fragebogenart, Stichprobe etc.) das Ziel der Umfrage zu berücksichtigen. Je visionärer das Ziel sein soll, desto eher müssen kreative Methoden eingesetzt werden oder entsprechend stimuliert werden.

Setting der Umfrage

Zu beachten gilt auch in der Phase der Umfragenplanung, dass Befragungstools und Frageninhalte im direkten Kontext zueinanderstehen. Heutzutage bietet moderne Software in der Datenerhebung einen enormen Funktionsumfang für Fragetechniken. Es kann sein, dass die Umfrageteilnehmenden deutlich weniger Wissen zum Thema Digitalisierung haben als die Verantwortlichen. Erfolgt keine Erklärung, werden einzelne Antworten unabhängig von der Expertise vermischt. Eine mögliche Lösung dieses Problem ist der gezielte Einsatz von analogen Methoden (Fokusgruppe) neben der klassischen Online-Befragung. Aber auch das Übersetzen eines Fragebogens in Leichte Sprache kann eine Möglichkeit darstellen, mehr Probanden und Zielgruppen mit einzuschließen. Gezielte Fragen zum Technologiewissen und -affinität werden auch gern genutzt, um die spätere Analyse zu erleichtern.

Zielgruppe und Kontext spielen eine große Rolle in der Analyse

Fällt die Wahl der Erhebungsmethodik auf eine Online-Umfrage, kann von einem Selbstselektionseffekt ausgegangen werden. Digital-affine Personen werden über das Medium Internet leichter und effektiver erreicht, damit fällt der Interpretation der Daten eine relevante Bedeutung zu. Hier fallen auch am ehesten Fehler auf, wenn das Ziel nicht konkret genug war, können auch Ergebnisse unkonkret oder unzusammenhängend wirken. In welchem Kontext wurde die Befragung durchgeführt? Gab es parallel in öffentlichen Medien Debatten zum Thema Digitalisierung? Ist meine Zielgruppe zum Zeitpunkt der Befragung (digital) zugänglich gewesen? Wie sah der Kommunikationsplan aus – kann eine repräsentative Umfrage gewährleistet werden?

Transparent Ergebnisse zeigen

Bei der Aufbereitung der Ergebnisse gilt zu beachten, dass eine digital hochwertige Aufbereitung der Ergebnisse enorm bei der Glaubhaftigkeit der Umfrage hilft. Schließlich spielt das Thema Digitalisierung auch beim Design von Umfragen eine Rolle. Moderne Umfragetools bieten einen hohen Grad an Benutzerfreundlichkeit, ebenso können professionelle Statistikprogramme bei der Darstellung und Analyse helfen. Aber die finale Aufbereitung von Zahlen und Fakten ist auch eine Frage des Designs. Das Ziel der Umfrage muss beantwortet werden, aber wem werden welche Ergebnisse in welcher Darstellung gezeigt? Lieber Balkendiagramme und Tabellen à la Excel oder nutzt man gleich eine Designagentur?

Um Transparenz zu schaffen, sollten Ergebnisse nicht nur in einem engen Kreis präsentiert und besprochen werden. Die interne oder externe Öffentlichkeit ist einzubinden, denn die Teilnehmenden der Umfrage erwarten eine Rückmeldung beim Thema Digitalisierung. Zum Zwecke der Transparenz gilt es nun, zumindest aggregierte Ergebnisse allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Verantwortliche können jetzt weitere Schritte prüfen, wenn beispielsweise neue Fragen aufgetaucht sind. Wurden Wünsche und Bedürfnisse für die Zukunft erfragt, sollten Folgetermine determinieren, wann und in welchem Umfang darauf reagiert wird.

Nächste Schritte planen

Gerade beim Megatrend Digitalisierung schaut jede:r genau nach. Gibt es erkennbare Fortschritte? Hat das eigene Unternehmen endlich bestimmte Missstände behoben? Ist die Verwaltung von Fax auf Big Data umgestiegen? Die Öffentlichkeit ist kritisch und zurecht bei einem so relevanten Thema wie Digitalisierung verfolgt diese auch Weiterentwicklungen. Darum kann eine Digitalisierungsumfrage lediglich ein erster Schritt in die Zukunft sein.

 

Zum Nachlesen:

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