Fragebögen: digital & partizipativ - Digital. mit. Wert.
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Fragebögen: digital & partizipativ

Letzte Woche habe ich euch meinen Aktionsplan für Digitalisierungsumfragen und in Teil 2 Genaueres zum Ablauf vorgestellt. Heute geht es um Genaueres in der Planungsphase der Umfrage. Also wie der Fragebogenaufbau und Fragen konzipiert werden können.

Vorgehensweise bei der Gestaltung von Fragebögen

Die Vorgehensweise bei der Gestaltung von standardisierten Fragebögen ist schematisch sehr klar in mehrere Phasen eingeteilt. Folgendes Schaubild skizziert diese Vorgehensweise.

Vorgehensweise bei der Konzeption eines Fragebogens (angelehnt an Homburg, Krohmer 2009)

 

Nach der Entscheidung über die Frageninhalte werden Fragenformate konzipiert. Anschließend wird die exakte Fragenformulierung und deren Reihenfolge im Fragebogen geplant. Letztendlich muss eine Entscheidung über das Design des Fragebogens getroffen werden, bevor ein Prototyp in den Pre-Test gehen kann. Anschließende Revisionen sind notwendig, bevor der Fragebogen endgültig fertiggestellt wird.

Besonderheiten beim Thema Digitalisierung

Die Inhalte beim Thema Digitalisierung können sich sowohl an der Aufnahme des aktuellen Ist-Zustandes orientieren oder auch weiter in die Zukunft reichen. Es sollte aber je nach festgelegter Zielgruppe des Fragebogens auch darauf geachtet werden, dass die Teilnehmenden genügend (Vor-)Wissen haben, um die Fragen beantworten zu können. Zum Einschätzen der allgemeinen Technologieaffinität gibt es standardisierte Fragen, um die Vorkenntnisse bei der späteren Auswertung zu berücksichtigen.

Fragen als Kern der Umfrage

Bei den Fragenformaten werden häufig geschlossene Fragen gestellt, um die Antwortmöglichkeiten einzugrenzen und somit besser vergleichbar zu machen. Offene Fragen hingegen erlauben es auch, gerade innovative Ideen im Bereich Digitalisierung einzufangen und Meinungen (von Mitarbeiter:innen oder Bürger:innen) direkt einzuholen.

Die Fragenformulierung kann sehr aufwendig werden, wenn der Fragebogen in einer gesamten Organisation oder Stadtgesellschaft erhoben werden soll. Ein Smart-City-Ansatz ist alle zu beteiligen und barrierefreie Teilhabe zu ermöglichen. Für Fragebögen kann dies mitunter den Aspekt der einfachen Sprache oder auch die optische Gestaltung (von z. B. Skalen) betreffen. Hier ist fachliche Expertise notwendig, um Designaspekte und Nutzungsanforderungen zu erfahren.

Gewisse Aspekte der Digitalisierung können zu unterschiedlicher Meinungspolarisation führen. Um hier einige Beispiele zu nennen: künstliche Intelligenz, Arbeitseffizienz, Automatisierung (und mögliche Veränderung von Arbeitsplätzen) und Sensoren (mit möglicher Überwachung). Bei der Fragenreihenfolge sollte das mitbedacht werden, denn wenn Teilnehmende das Gefühl haben, mit den Inhalten der Umfrage nicht einverstanden zu sein, brechen sie womöglich die Umfrage ab und verbreiten auch negative Stimmungen gegenüber anderen. Deshalb bedarf es einer guten Vorbereitung von heiklen Fragen und der detaillierten Beschreibung, warum diese Aspekte erfragt werden. Informationshilfen und einsteigende Erläuterungen können der Irritation vorgreifen.

Gestaltung und Test der Umfrage runden die Planung ab

Eine Umfrage zu Digitalisierungsaspekten sollte gestalterisch professionell aufgesetzt sein und definitiv online angeboten werden. Dies erleichtert nicht nur die spätere Auswertung, es wirkt auch authentischer. Software-Tools für Online-Fragebögen gibt es viele zur Auswahl. Um hier einige wenige zu nennen: LimeSurvey, LamaPoll und Qualtrics. Aber es gilt zu beachten, dass bei städtischen Umfragen eine parallel analoge Erhebung notwendig sein kann, wenn mehr Haushalte erreicht werden sollen als diejenigen, die auch bei Online-Umfragen teilnehmen. Bei der Tool-Auswahl gilt es Serverstandorte und offene Systeme als Kriterium mitzudenken.

Letztendlich entscheidet ein Pre-Test darüber, ob die Pläne der Gestaltung und Inhalte auch bei der Zielgruppe funktionieren. Ein solcher Pre-Test ist wichtig, um etwaige Fehler bei der Konzipierung aufzudecken, bevor er final verteilt wurde. Dieser Schritt ist nicht zu unterschätzen, denn in der Auswertung rächt sich die laxe Handhabung eines Vorab-Tests.

Damit wünsche ich viel Erfolg beim Erstellen von Digitalisierungsumfragen! Falls Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, freue ich mich über Anfragen.

Zum Nachlesen:

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